vontagdie Veröffentlichung „Was wäre, wenn wir aufhören würden, von der Trittfrequenz besessen zu sein?“
Für viele Menschen ist die Trittfrequenz eine wichtige Information beim Training. Aber ist es immer noch so wichtig?
In der Welt des Radsports steht die Trittfrequenz oft im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Viele Wettkämpfer, ob Amateure oder Wettkämpfer, fragen sich oft, welche Trittfrequenz die richtige ist. Sie setzen sich ein konkretes Ziel, oft beeinflusst von vorgefassten Meinungen, und sind frustriert, wenn sie diese magische Zahl nicht erreichen. Doch diese Besessenheit kann kontraproduktiv sein. Aus diesem Grund ist es an der Zeit, Ihre Trittfrequenz nicht mehr zu überanalysieren und Ihrem Körper die Kontrolle zu überlassen.
von Guillaume Judas – Fotos: depositphotos.com
Die Illusion der perfekten Kadenz
Viele Radfahrer glauben, dass es eine ideale Trittfrequenz gibt, die oft zwischen 80 und 100 Umdrehungen pro Minute (U/min) liegt und die sie unbedingt erreichen müssen, um gute Leistungen zu erzielen.. Dieses Streben zwingt sie dazu, bei Ausdauerausflügen eine höhere Trittfrequenz anzuschlagen, was jedoch zu einer erhöhten Herzfrequenz und vorzeitiger Ermüdung führt. Ähnlich verhält es sich beim Intervalltraining: Sie verbrauchen unnötig Energie, um eine bestimmte Trittfrequenz beizubehalten, was manchmal zu Lasten der Qualität der Anstrengung geht.

Aber die Wahrheit ist einfach: Die perfekte Kadenz gibt es nicht.. Ihr Körper ist ein intelligenter Organismus, der sich beim Treten in die Pedale auf natürliche Weise anpasst, um auf möglichst effiziente Weise Kraft zu erzeugen. Diese optimale Trittfrequenz ist von Person zu Person unterschiedlich. Bei manchen liegt sie niedriger (etwa 70–80 U/min), bei anderen höher (90–100 U/min oder mehr). Studien wie die von Chavarren und Calbet (2009) zeigen, dass der Muskelfasertyp bei dieser Variabilität eine Schlüsselrolle spielt. Wenn Sie sich zwingen, mit einer Trittfrequenz außerhalb Ihres natürlichen Trittfrequenzbereichs zu fahren, verbrauchen Sie mehr Energie und werden schneller müde, was Ihre Leistung beeinträchtigen kann.
Wann die Trittfrequenz wichtig ist (und wann nicht)
Das heißt nicht, dass die Trittfrequenz immer unwichtig ist.. Es gibt bestimmte Situationen, in denen es von Vorteil sein kann, eine bestimmte Trittfrequenz anzustreben, insbesondere bei Trainingseinheiten, die auf die Herbeiführung physiologischer Anpassungen ausgelegt sind.
Beispielsweise stimulieren Trainingseinheiten mit hoher Trittfrequenz, bei denen Sie freiwillig schneller als üblich in die Pedale treten, die Feuerrate der Motoneuronen. Dies führt zu einer schnelleren Synchronisation zwischen den Agonistenmuskeln (die die Anstrengung erzeugen) und demtagonisten (die stabilisieren), wie von Dorel et al. gezeigt. (2009).
Diese gezielten Trainingseinheiten können die Flüssigkeit Ihres Pedaltritts verbessern und Ihre Bewegung effizienter machen. Mit der Zeit kann diese Arbeit sogar Ihre Grundkadenz erhöhen: Eine Ausdauerfahrt mit 80 U/min könnte sich ganz natürlich in Richtung 90 U/min entwickeln. Doch das Wichtigste ist, dass diese Entwicklung nicht erzwungen werden darf. Es ist das Ergebnis einer allmählichen Anpassung, bei der Ihr Körper eine neue Trittfrequenz als die effizienteste zur Krafterzeugung annimmt.

Außerhalb dieser speziellen Trainingseinheiten ist der Versuch, eine vordefinierte Trittfrequenz einzuhalten, oft eine Energieverschwendung.. Bei einem klassischen Ausflug oder einer Ausdauereinheit ist es viel effektiver, den Körper seinen natürlichen Rhythmus finden zu lassen. So können Sie entspannt in die Pedale treten, Ihre Energie sparen und das Erlebnis in vollen Zügen genießen.
Sie werden auch feststellen, dass Bei heftigen Anstrengungen neigen Sie dazu, Ihre Trittfrequenz auf natürliche Weise zu erhöhen. Dies ist normal, da eine hohe Leistung allein durch kräftiges Treten (bei niedriger Trittfrequenz) nicht erreicht (oder aufrechterhalten) werden kann.
Überlassen Sie Ihrem Körper die Kontrolle
Die Besessenheit von der Kadenz ist ein perfektes Beispiel für die Tendenz mancher Praktizierender, ihre Praxis zu sehr zu intellektualisieren.. Beim Versuch, alles zu kontrollieren, vergessen wir eine grundlegende Wahrheit: Der Körper weiß, was er tut. Durch Ihr Vertrauen optimieren Sie nicht nur Ihre Energieeffizienz, sondern auch Ihren Fahrspaß. Ausgehen sollte kein ständiger Kampf sein, um eine beliebige Zahl auf Ihrem Zähler zu erreichen.
Wie wenden wir diesen Ansatz an?
Hier einige praktische Tipps:
Hören Sie auf Ihre Gefühle : Konzentrieren Sie sich auf die Flüssigkeit Ihres Tretens und auf Ihr Gefühl und nicht auf die Zahlen.
Variieren Sie Ihr Training : Bauen Sie spezielle Einheiten mit hoher oder niedriger Trittfrequenz ein, um Anpassungen zu fördern, aber zwingen Sie diese nicht bei jedem Ausflug auf.
Akzeptiere deine Variabilität : Ihre natürliche Trittfrequenz kann sich je nach Fitness, Müdigkeit oder Gelände von Tag zu Tag ändern. Das ist normal.
Frei in die Pedale treten, bessere Leistungen erbringen
Zusammenfassend Konzentrieren Sie sich nicht mehr auf Ihre Trittfrequenz. Lassen Sie Ihren Körper seinen natürlichen Rhythmus finden, in dem er mit geringstem Aufwand Kraft erzeugt. Reservieren Sie gezielte Trittfrequenzübungen für bestimmte Trainingseinheiten und genießen Sie ansonsten die Freiheit des uneingeschränkten Tretens. Sie sparen Energie, werden weniger müde und entdecken vor allem die Freude am Fahren neu.
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